Die bisherige Laufbahn

Vom bergischen Land in die Hauptstadt – hier gebe ich euch einen kleinen Überblick über meinen Werdegang als Handballer

Mein Pflichtspieldebüt bei den Profis der Füchse Berlin durfte ich im Dezember 2012 beim Champions League Spiel in Minsk bestreiten. Beim ersten Einsatz gelang mir nach wenigen Sekunden (auch für mich überraschend ;-)) mein erster Profitreffer. In der Saison 2013/2014 kam ich in einigen Spielen zum Einsatz was im Gewinn des DHB-Pokals 2014 gipfelte, wo ich im Halbfinale und Finale Einsatzzeiten bekam.

Offiziell in den Profikader wurde ich ab der Saison 2014/2015 in die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson aufgenommen. Die Spielzeit konnten wir mit dem EHF Cup Sieg in der Max-Schmeling-Halle im Mai 2015 krönen. Eine Zwangspause aufgrund einer Schulterverletzung brachte mich in der Saison 2015/2016 in die Rolle des Zuschauers und ich arbeitete Hart an dem Comeback, was dann zum Saisonende gelang.

Bei den Füchsen Berlin und in der Hauptstadt als meine neue Heimat fühle ich mehr sehr wohl und habe meinen Vertrag vorzeitig bis 2021 verlängert.

In der Nationalmannschaft habe ich alle Altersstufen durchlaufen. Mit der U18-Nationalmannschaft konnte ich 2012 den ersten Titel feiern. Wir wurden in Österreich Europameister. Mit der U19 reichte es im Folgejahr bei der Weltmeisterschaft für die Bronzemedaille. 2014 konnten wir dann mit den DHB-Junioren, ebenfalls in Österreich, den Europameistertitel in der U20 feiern. Einige Spieler aus unserer Mannschaft konnten zu dieser Zeit auch schon in der B-Nationalmannschaft Erfahrungen sammeln. Mein erstes Länderspiel in der A-Nationalmannschaft durfte ich am 20.09.2014 gegen die Schweiz bestreiten. Im Januar 2015 ging es dann mit nach Katar zur Handball-WM und damit zum ersten Großevent. Durch die Verletzung 2015 verpasste ich leider die Europameisterschaft, wurde aber für die Olympischen Spiele in Rio 2016 wieder berufen und konnte dort mit den #badboys die Bronzemedaille feiern!

Meine ersten Füchse-Begegnungen fanden noch im VfL-Dress auf der Platte statt. Wir spielten Hin- und Rückspiel im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen die Füchse Berlin und verloren beide Spiele deutlich. Dennoch hatte ich einen Eindruck bei Bob Hanning hinterlassen, der mich für ein Kennenlernen nach Berlin einlud. Das professionelle und familiäre Umfeld hat mich beeindruckt und ich musste nicht lange überlegen, ob ich ein Fuchs werden möchte. Ich zog 2011 ins Jugend-Internat in Berlin-Hohenschönhausen und wurde in der Füchse-Jugend 2012, 2013 und 2014 mit den Füchsen Berlin Deutscher Meister. Von Anfang an war die Verzahnung zwischen Profis und Jugend sehr eng, sodass wir viel Kontakt mit den Profis hatten und gemeinsame Trainingseinheiten absolvierten.

Mit zwölf Jahren wechselte ich in die C-Jugend des benachbarten VfL Gummersbach. Von da an trainierte ich öfter und unter professionelleren Bedingungen und konnte mich so handballerisch weiterentwickeln. Motiviert von der Nähe zu den Profis des VfL trainierte ich immer härter, um den Sprung ins Leben eines Profihandballers irgendwann einmal schaffen zu können. Zu dieser Zeit war auch Drago Vukovic eines meiner Vorbilder, der mir einige Jahre später bekanntlicherweise noch mal begegnen sollte.

Eine Anekdote aus der Gummersbacher Zeit, die mich heute noch für jedes Spiel geprägt hat: In einem Meisterschaftsspiel sollte ich bei Trainer Leszek Hoft eine Jugend höher eingesetzt werden und saß mit Pullover auf der Bank. Plötzlich wollte mich Leszek bringen, ich war perplex, rannte mit Pullover aufs Spielfeld und bekam eine 2-Minuten-Strafe (das Spiel war für mich damit gelaufen). Seitdem sieht man mich bis heute nicht mehr im Pullover auf der Auswechselbank 😉

Geboren in eine Handballerfamilie hatte ich schon früh Kontakt mit der Sportart. Mit drei Jahren habe ich dann die ersten eigenen Gehversuche in der Halle unternommen und Bälle geworfen. Das hat mir viel Freude bereitet und so wurde ich auch Mitglied im SSV Marienheide und habe dort bis zur D-Jugend in meinem Heimatort gespielt. Es ist meinern damaligen Trainerinnen auch zu verdanken, dass ich heute überhaupt noch Handball spiele: Wir haben damals bei einem Turnier eine sehr schlechte erste Halbzeit gespielt (ich auch) und da war ich so sauer, traurig und enttäuscht, dass ich in die Kabine gegangen bin, meine Sachen gepackt habe und völlig aufgelöst gesagt habe, dass ich aufhören und nie wieder Handball spielen möchte. Dann haben mich meine Trainerinnen in den Arm genommen und getröstet und ermutigt weiter zu machen und dann hab ich in der zweiten Halbzeit weiter gespielt – so einfach ist das manchmal 😀

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